von turboRendite-Team am Montag 22. Dezember 2008, 14:18
Ob Rohstoffe in ein passives Portfolio gehören, ist eine sehr gute Frage. Denn Rohstoffe unterscheiden sich von Anleihen, Aktien und Immobilien, indem sie keine Zinserträge, Mieterträge oder Dividenden erwirtschaften. Daher setzt ein Rohstoffinvestor einzig und allein auf die Preissteigerung.
Jedoch liegt die Preissteigerung von beispielsweise Gold und Silber - gerechnet über die letzten 200 Jahre - nach Abzug der Inflation bei nahe Null. Managementkosten nicht eingerechnet. Selbst Öl verzeichnete seit 1869 keine reale Wertsteigerung, dafür aber ein sehr hohes Risiko in Form der Schwankungsbreite. Ob dies in Zukunft anders sein wird, ist also reine Spekulation. Daher sollte man das Argument der gesteigerten Weltnachfrage sehr kritisch beurteilen. Zu allererst ist dies ein von Bankberatern angeleierter Hype mit dem Ziel, Produkte an den Mann respektive Frau zu bringen.
Aufgrund der historischen Daten kann man Rohstoffe noch nicht mal als eine eigen Anlageklasse bezeichnen, denn diese setzt per definitionem voraus, dass die Anlage einen positiven Ertrag erwirtschaftet.
Bleiben zwei Fragen:
1.) Sind Rohstoffe als Inflationsschutz geeignet? Antwort: Im Prinzip ja, allerdings wird dieser durch ein zu hohes Risiko (sprich Schwankungsbreite) erreicht. Eine inflationsgeschützte Anleihe bringt mehr Inflationsschutz, einen echten Ertrag und das bei geringerem Risiko.
2.) Wirken sich Rohstoffe dennoch positiv auf ein Portfolio aus, da sie nicht mit anderen Anlageklassen korrelliert sind? Eine geringe Korrellation wirkt sich durchaus stabilisierend auf ein Portfolio aus. Doch auch hier gilt: Wer stattdessen den Anleihe-Anteil erhöht, hat insgesamt eine Anlage mit geringerem Risiko bei gleichzeitig höheren Etragschancen.
Unser Fazit:
Exchange Traded Funds auf Rohstoffe sind eine Modeerscheinung, die bei genauerer Betrachtung für ein wissenschaftlich fundiertes Portfolio entbehrlich sind.
turboRendite-Team. Wissenschaftlich fundiert Investieren in Eigenregie.